Begriffe rund um nachhaltige Verpackung – von Materialien über Zertifizierungen bis zu rechtlichen Grundlagen wie der PPWR. Die ersten fünf Einträge sind direkt mit Naturapack-Produkten verknüpft, die übrigen sind allgemeine, branchenübliche Definitionen.
Begriffe mit direktem Naturapack-Produktbezug
PEFC Chain-of-Custody – Zertifizierung für die Rückverfolgbarkeit von Holz- und Papierfasern entlang der Lieferkette. Naturapacks Papier-Stretchfolie Pap-Stretch trägt dieses Zertifikat.
Aticelca-Methode 501:2019 – Bewertungsmethode zur Einstufung der Recyclingfähigkeit von Papierprodukten (Level A–D). Pap-Stretch erreicht Level C.
OK compost HOME – Zertifizierung von TÜV Austria für Materialien, die nachweislich im heimischen Gartenkompost abbaubar sind (strengere Anforderung als reine Industriekompostierbarkeit). Naturapacks Bio-Luftpolsterfolie trägt dieses Zertifikat.
RESY – deutsches Kennzeichnungssystem für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen über die Papierfaser-Sammelsysteme, relevant u. a. für Naturapacks Papier-Luftpolster.
Naturkautschukkleber – pflanzenbasierter Klebstoff (Gegenstück zu synthetischen Acrylat-/Hotmelt-Klebern), wird bei Naturapacks Papierklebebändern eingesetzt.
Allgemeine Begriffe: Recht & Regulierung
PPWR (Verpackungsverordnung) – Die Verordnung (EU) 2025/40 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Dezember 2024 über Verpackungen und Verpackungsabfälle („Packaging and Packaging Waste Regulation“). Sie ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und wird ab dem 12. August 2026 unionsweit unmittelbar anwendbar. Sie löst die bisherige EU-Verpackungsrichtlinie ab und regelt u. a. Leerraumquoten, Materialkennzeichnung, Rezyklateinsatzquoten und Recyclingfähigkeit von Verpackungen.
Verpackungsgesetz (VerpackG) – das deutsche Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen. Es verpflichtet Hersteller, die erstmals verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringen, zur Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister und zur Beteiligung an einem dualen System.
Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) – die deutsche Stiftung, die als Behörde die Einhaltung des Verpackungsgesetzes überwacht. Sie betreibt das LUCID-Verpackungsregister und sorgt dafür, dass alle Hersteller sich an den Kosten der Verpackungsentsorgung beteiligen.
LUCID – das öffentlich einsehbare Verpackungsregister der ZSVR. Hersteller müssen sich hier registrieren, bevor sie Verpackungen in Deutschland in Verkehr bringen; die LUCID-Registrierungsnummer ist Pflichtangabe u. a. auf Rechnungen im B2B-Geschäft.
Duales System / Lizenzentgelt – Systeme (z. B. der Grüne Punkt), über die Hersteller ihre Verpackungen lizenzieren, damit deren Sammlung, Sortierung und Verwertung finanziert wird.
Allgemeine Begriffe: Materialien & Recycling
Rezyklat – aus Abfall zurückgewonnenes Sekundärmaterial („zurückgeführt in den Kreislauf“). Bei Kunststoffen wird unterschieden zwischen Post-Industrial-Rezyklat (Produktionsabfälle) und Post-Consumer-Rezyklat (Material aus der Verbrauchersammlung). Verarbeitungsformen sind u. a. Mahlgut (2–5 mm Partikel), Regranulat (einheitliche Korngröße) und Regenerat (Material mit durch Additive verbesserten Eigenschaften).
Regenerat – aufbereitetes Rezyklat, dessen Materialeigenschaften durch Zusatzstoffe gezielt verbessert wurden, bevor es erneut zu einem Produkt verarbeitet wird. Wird oft synonym mit „Rezyklat“ verwendet, bezeichnet im engeren Sinn aber die veredelte Verarbeitungsstufe.
Recyclingfähigkeit – die Eigenschaft eines Produkts oder einer Verpackung, nach Gebrauch mit verfügbaren, etablierten Sammel- und Sortierverfahren tatsächlich stofflich wiederverwertet werden zu können. Wird u. a. mit Methoden wie Aticelca 501:2019 (Papier) oder RESY-Prüfsystemen bewertet.
Kreislaufwirtschaft – Wirtschaftsmodell, das darauf abzielt, Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten, statt sie nach einmaligem Gebrauch zu entsorgen – durch Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling.
Biologisch abbaubar – Eigenschaft eines Materials, durch Mikroorganismen in seine natürlichen Bestandteile zerlegt zu werden. Der Begriff allein sagt nichts über die Umgebung (Industriekompost, Hauskompost, Boden, Wasser) oder die Zeitspanne aus, in der das geschieht.
Kompostierbar – ein Material ist kompostierbar, wenn es unter definierten Bedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Zeit) vollständig zu Kompost abgebaut wird, ohne schädliche Rückstände zu hinterlassen. Wird unterschieden in industriell kompostierbar und home-/hauskompostierbar.
Industriekompostierbar (EN 13432) – Kompostierbarkeit unter kontrollierten Bedingungen einer industriellen Kompostierungsanlage. Die europäische Norm EN 13432 verlangt u. a. einen Abbau von mindestens 90 % innerhalb von 3 Monaten und Restfragmente unter 2 mm. Materialien, die EN 13432 erfüllen (z. B. PLA), sind nicht automatisch hauskompostierbar.
Home-kompostierbar – strengere Anforderung als reine Industriekompostierbarkeit: Das Material muss nachweislich auch im heimischen Gartenkompost bei niedrigeren Temperaturen abbaubar sein. Wird u. a. durch das Zertifikat „OK compost HOME“ von TÜV Austria bestätigt.
Kartoffelstärke-Basis – Rohstoffbasis für bestimmte biologisch abbaubare bzw. kompostierbare Kunststoffalternativen (Biopolymere), gewonnen aus Kartoffelstärke statt aus Erdöl.
Thermoplastischer Werkstoff – ein Kunststoff bzw. Biokunststoff, der bei Erwärmung weich und formbar wird und beim Abkühlen wieder erstarrt, ohne seine chemische Struktur zu verändern.
Weichmacherfrei – ohne zugesetzte Weichmacher (Plastifizierungsmittel), die sonst häufig zur Flexibilisierung von Kunststofffolien eingesetzt werden, aber unter anderem im Verdacht stehen, bei bestimmten Stoffgruppen gesundheitlich bedenklich zu sein.
Allgemeine Begriffe: Papier & Karton
Kraftpapier – reißfestes Papier, das im Sulfat-(„Kraft“-)Verfahren aus Zellstoff hergestellt wird. Der Name leitet sich vom schwedischen/deutschen Wort für „Stärke, Kraft“ ab, weil das Verfahren besonders reißfeste Fasern liefert.
Wellpappe – Verpackungsmaterial aus einer gewellten Mittellage („Welle“), die beidseitig mit glatten Papierlagen („Decken“) verklebt ist. Je nach Anzahl der Wellenlagen spricht man von 1-welliger, 2-welliger usw. Wellpappe.
FEFCO-Code – standardisiertes Kennzeichnungssystem der europäischen Wellpappenverbände (Fédération Européenne des Fabricants de Carton Ondulé) zur eindeutigen Beschreibung von Kartonbauformen, z. B. „FEFCO 0201“ für den klassischen Faltkarton.
Graspapier – Papier, das teilweise aus getrocknetem Gras statt ausschließlich aus Holzfasern hergestellt wird. Der Graseinsatz kann den Frischwasser- und Energieverbrauch der Papierherstellung gegenüber reinem Holzfaserpapier reduzieren.
GSM (g/m²) – gängige Maßeinheit für das Flächengewicht („Grammage“) von Papier und Karton: Gramm pro Quadratmeter. Ein höherer GSM-Wert steht in der Regel für dickeres, stabileres Material.
FSC (Forest Stewardship Council) – internationale Zertifizierung für Holz und Papier aus nachweislich verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern.
PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) – neben FSC das zweite große internationale Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung; die zugehörige Lieferketten-Zertifizierung heißt PEFC Chain-of-Custody.
Seidenpapier – sehr leichtes, dünnes Papier (geringer GSM-Wert), das häufig als Polster- oder Einschlagmaterial in der Verpackung eingesetzt wird.
Natron(kraft)papier – ungebleichtes, besonders reißfestes Kraftpapier, oft in Naturbraun, klassisch für Versandtaschen und Beutel eingesetzt.
Allgemeine Begriffe: Klebstoffe & Verschluss
Naturkautschuk – Kautschuk auf Basis des Milchsafts (Latex) des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis), Ausgangsstoff für Naturkautschukkleber – im Gegensatz zu synthetischem Kautschuk auf Erdölbasis.
Acrylatkleber – synthetischer Klebstoff auf Basis von Acrylatpolymeren, häufig bei Kunststoff-Klebebändern eingesetzt.
Hotmelt-Kleber – Schmelzklebstoff, der heiß aufgetragen wird und beim Abkühlen aushärtet; eine weitere gängige Kleberart bei PP-Klebebändern.
Fadenverstärkung – zusätzliche, in ein Klebeband eingearbeitete Fäden (meist Glas- oder Polyesterfäden), die die Reißfestigkeit gegenüber unverstärktem Klebeband deutlich erhöhen.
Allgemeine Begriffe: Verpackungslogistik
Leerraumquote – das Verhältnis von tatsächlich benötigtem Packvolumen zum Gesamtvolumen einer Versandverpackung. Eine hohe Leerraumquote (viel „Luft“ im Paket) gilt als ineffizient und rückt u. a. durch die PPWR stärker in den regulatorischen Fokus.
Übervolumen – Verpackungsvolumen, das über das für den tatsächlichen Versandinhalt nötige Maß hinausgeht.
Stretchfolie – dehnbare Folie zur Ladungssicherung auf Paletten. Klassisch aus Kunststoff (PE), inzwischen auch als Papier-Alternative verfügbar.
Umreifungsband – Band zur mechanischen Sicherung von Packstücken oder Palettenladungen, klassisch aus Kunststoff (PP) oder Stahl, alternativ aus Papier.
Polypropylen (PP) – thermoplastischer Kunststoff, weit verbreitet als Trägermaterial für Klebebänder, Umreifungsbänder und Folien.
Polyethylen (PE) – thermoplastischer Kunststoff, u. a. Basis klassischer Luftpolsterfolie und Stretchfolie.